Geschichte

Wissenswertes

Die Kirche

Der Ort in Zahlen

Essen & Trinken

 

 

Unterfrauenhaid liegt am westlichen Ufer des Selitzabaches zwischen Lackenbach und Raiding an den Ausläufern des Ödenburger Gebirges.
Durch das Hottergebiet zieht ein sanftes, welliges Hügelland, auf dessen weiten Mulden und Abhängen Ackerbau, Viehzucht und auch Weinbau betrieben wird.

 

 
  Geschichte

 

Friedensdenkmal
Friedensdenkmal zur Erinnerung an die Gefallenen und Vermissten des Ersten und Zweiten Weltkriegs

 

Die geschichtliche Entwicklung der Marktgemeinde Unterfrauenhaid lässt sich bis in die Römer- oder sogar Jungsteinzeit zurückverfolgen.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Unterfrauenhaid im Jahr 1222 unter dem Namen „Villa Sancta Maria“ (=“Dorf der heiligen Maria“).
Weiters erschien in einer Urkunde von 1254 Unterfrauenhaid mit dem Namen „Lok“ (lat. Lacus=See).
Nachdem das Dorf 1368 noch nachweislich bewohnt war, wurde es bereits ein Jahrhundert später als Wüstung erwähnt. Ursache waren Seuchen, Fehden und Grenzkonflikte zwischen Österreich und Ungarn, aber einschüchtern ließen sich die Unterfrauenhaider nicht und bauten das Dorf immer wieder auf.
Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Lók verwendet werden. Nach Ende des ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

1970 wurden Lackendorf, Raiding und Unterfrauenhaid zur Großgemeinde Raiding-
Unterfrauenhaid zusammengelegt. 1990 erfolgte die erste Gemeindetrennung des Burgenlandes. Unterfrauenhaid wurde wieder selbstständige Gemeinde, blieb aber Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Unterfrauenhaid - Lackendorf.

 

 
  Wissenswertes
 

 

Wappenverleihung: 28. Juni 1992
Wappenbeschreibung:     
„In einem von Blau und Silber gespaltenen Schild, vorne ein silberner barocker Kirchenturm, hinten ein aufrechtes grünes Eichenblatt“.


Die gegenwärtigen Wappensymbole stellen Zeichen dar für die Überlebenskraft der Gemeinde in ihrer wechselhaften Geschichte, mit Hilfe der Heilkraft der Natur (Eichenblatt) und des Glaubens an eine höhere Bestimmung des Menschen (Kirchenturm).

Am zweiten Samstag nach Ostern und im August, einen Tag vor dem Fest Maria Himmelfahrt, dem Kirchweihfest, verwandelt sich die Dorfstraße in einen Marktplatz. Das Recht zur Abhaltung von Märkten stammt aus dem Jahr 1578 von Kaiser Rudolf II. Die beiden traditionellen Krämermärkte finden regen Zustrom durch die Ortsbevölkerung und Besucher aus den umliegenden Ortschaften. Ein Pferdemarkt, der gleichzeitig an den Markttagen abgehalten wird, findet immer mehr Anklang unter der Bevölkerung. Nach den beiden Markttagen folgen die Kirchweihfeste und der Kirtagsrummel.

 

 

Die Kirche

 

Kirche
Kirche

 

Die Kirche von Unterfrauenhaid, eine der wenigen romanischen Pfarrkirchen des Burgenlandes liegt in 278 m Meereshöhe am Ortseingang und dürfte bereits um 1200 entstanden sein.

Um die Mitte des 15. Jahrhunderts erfolgte eine Vergrößerung der Marienkirche. Die Herrschaft Landsee ließ eine gotische Kirche samt Wehrmauer zu Ehren der allerheiligsten Jungfrau erbauen. Dabei hat man offensichtlich die noch brauchbaren Mauerreste des romanischen Kirchenschiffes mitverwendet. Beim Bau der Kirche dachte man nicht nur an die Verehrung Gottes, sondern  auch an den Schutz der Bürger im Falle eines feindlichen Angriffes.( Wehrkirche, Wehrmauer)
Viele fromme Pilger werden vom Wallfahrtsort Unterfrauenhaid angelockt. Die früheste Bezeugung der Wallfahrt finden wir in den Jahrbüchern der Jesuiten aus dem Jahre 1620. 1652 stifteten sie ein Bild für den Hochaltar zu Ehren der Jungfrau Maria, das wunderwirkende Gnadenbild der Schwarzen Mutter Gottes. Das Wallfahrtsbild ist eine Kopie der Schwarzen Madonna von Czenstochau.
Wie von allen Gnadenbildern wurden auch von jenem in Unterfrauenhaid viele Legenden erzählt:
In der Gegend um Unterfrauenhaid hüteten vor vielen Jahren Hirten ihre Viehherden. Die Tiere fühlten sich besonders wohl, wenn sie sich an heißen Sommertagen in den Lacken um Unterfrauenhaid suhlen konnten.
Eines Tages beobachtete der Hirt, wie an einer bestimmten Stelle auf der weiten Heide einige Schweine mit ihren Rüsseln den Boden aufgeregt durchwühlten. Die Sache wurde für den Hirten immer interessanter. Nun begann er selbst, von Neugierde geplagt, die feuchte Erde zu untersuchen. Es kam ihm vor, als ob ein geheimnisvolles Leuchten aus dem Boden käme. Der Hirte grub weiter. Das Leuchten wurde deutlicher und stärker und zuletzt, o Wunder, fand er im Boden ein Bild, ein Bild der Muttergottes mit dem Jesusknaben.
1880 schaffte man das große Altarbild „Maria Himmelfahrt“ an.
Die Errichtung des hohen Turmes (37 m) diente der Beobachtung und Verständigung durch Rauch- und Lichtzeichen, um das Herannahen des Feindes anzukündigen.
Im Jahre 1947 konnte die Kirche erneuert werden. Eine neuerliche Renovierung der Kirche erfolgte 1972 unter Pfarrer Pfneisl. Seither kommen regelmäßig abends Gläubige aus vielen Gemeinden hierher, um an der Fatimafeier teilzunehmen.
Die Restaurierung 1980/81 hatte sich zum Ziel gesetzt, möglichst viel von der vorhandenen mittelalterlichen Bausubstanz sichtbar zu machen. Untersuchungen hatten gezeigt, dass die originalen gotischen Fenster des 15. Jahrhunderts noch erhalten waren. Bei der Restaurierung wurde das dritte gotische Fenster freigelegt.
Im Inneren der Kirche kann man wunderschöne Lichtreflexe durch die modernen Glasfenster bewundern.
An beiden Seiten des Altars findet man Statuen der Evangelisten Johannes und Lukas.

Vor dem Hochaltar schließt ein großer roter Marmordeckel mit einem Wappen eine Gruft ab, die sogenannte Kertessy-Gruft. Sie wurde 1954 entdeckt und frei gemacht. Man fand den Leichnam eines Priesters und den eines Pfarrers. Aufgrund der Restaurierung 1980/81 wurde eine zweite Gruft entdeckt. Der Chronik nach müssten noch zwei Grüfte in der Kirche zu finden sein.
Ein Fresko auf dem Kirchenschiff stellt das Weltgericht dar und ist zirka um 1600 entstanden. Es ist eines der ältesten Fresken des Burgenlandes.
Neben zahlreichen künstlerischen Werken, finden wir im rückwärtigen Teil der Kirche den Chor und die Orgel. 1719 bekam die Orgel einen neuen Anstrich, 1750 schaffte man eine neue Orgel an, und 1837 ließ man eine Orgel vom Orgelbauer  König aus Ödenburg bauen. Diese Orgel existiert auch heute noch und ist nach einer längeren Pause wieder voll einsatzfähig.
Der Chor der Mönche, der sich über der Sakristei befindet, war früher zugemauert und wurde im Zuge der Restaurierung 1980/81 wieder geöffnet.
Das steinerne Taufbecken stammt aus dem Ende des 17. Jahrhunderts. Über diesem Taufbecken wurde einer der ganz Großen unserer Heimat, Franz Liszt, am 23. Oktober 1811 getauft.

Mahnmal des Friedens
Neben der Kirche befindet sich die Leichenhalle, vor der im Jahr 1992 vom burgenländischen Künstler Mag. Heinz Bruckschwaiger aus Sigleß das Mahnmal des Friedens – eine Kopf aus Sandstein - errichtet wurde. Auf fünf Platten sind die Namen der Gefallenen der beiden Weltkriege nachzulesen. In der Mitte des Mahnmales wurde ein Aufruf an die Bevölkerung angebracht, der lautet: „Wir müssen unseren Kindern den Frieden erklären, damit sie nie anderen den Krieg erklären.“

 

 

 

Der Ort in Zahlen

 

lage
Bezirk Operpullendorf, Mittelburgenland

 

Fläche: 10,79 km²
Koordinaten: 47° 34′ N, 16° 30′ O
Höhe: 276 m ü. A.
Einwohner: 673 (31. März 2008)
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km²
Postleitzahl: 7321
Vorwahl: 02619
Gemeindekennziffer: 10825

 
  Essen und Trinken
 

 

Gasthaus Rust
Pfarrplatz 15
02619 7217
Öffnungszeiten: täglich ab 8 Uhr, Do: Ruhetag

Schenkhaus Familie Deutsch
Hauptstraße 44
02619 7235
Öffnungszeiten: Saisonbedingt